Freitag, 1. September 2017

Buchs

Quintuple-Ultra-Triathlon Buchs

"Go hard or go home" war das Motto des Swissultra in diesem Jahr und nach einigen Pleiten, Pech und Pannen wollte ich den 5-fachen Ultratriathlon day by day nur finishen, nicht mehr und nicht weniger.
Eigentlich war die Schweiz ja nur ein Test auf meinem "Weg zum Deca-Ultratriathleten" (Leon, Mexico im Oktober), aber die Veranstalltung hat diesen Status in keinster weise verdient.
Es war, wie nicht anders erwartet, alles toll organisiert. Wir hatten uns wieder bei Familie Schöb, zu der eine herzliche Freundschaft entstanden ist, eingemietet und wir werden in Zukunft immer dem Ruf der Schweiz zum "Swissultra" folgen, vielleicht entwickelt sich daraus noch viel mehr, mehr wird aber noch nicht verraten.

Ich steige jetzt gleich mal in den Wettkampf-Bericht bei meiner ungeliebten Disziplin ein und muß nicht immer wiederholen, wieso das Schwimmen, auch in Zukunft, ein leidiges Problem ist und bleibt.
Tag 1 verlief einigermaßen gut und mit einer 1:35er Zeit war ich super zufrieden, wenngleich ich wusste, dass wird noch viel langsamer. Am Tag 2 ist mir dann was passiert, was ich hier nicht näher beschreiben werde, ich hatte mir nämlich am ersten Tag einen Magen-Darm-Virus eingefangen. Das ich überhaupt gestartet bin, war schon ein Wunder aber ein DNF stand in der Schweiz nicht auf meinem Plan. Die Schwimmzeit von 1:51 zeigt auch, wie ich mich am zweiten Tag gefühlt habe. Tag 3 verlief dann schon wieder mit 1:43 fast normal, nachdem ich mich mit Imodium vollgestopft habe. Vielen Dank hier an meine Freunde Dagmar und Stephan Mayer und Nadine Zahradnik, die solche Tabletten dabei hatten. Tag 4 mit 1:44 und Tag 5 mit einer Schwimmzeit von 1:42 lagen dann wieder im Bereich, den ich für den Wettkampf in Buchs geplant hatte. Diese Zeiten lassen meine Schultern zu und damit habe ich mich abgefunden.

Ohne vernünftiges Material (da meine Auswahl eigentlich groß genug ist bzw. sein sollte) musste ich zu meinem Debüt auf der Quintuble-Distanz fahren, denn das Cervelo ist nicht da und das Airon wegen eines Schaltwerkdefektes nicht einsetzbar. Also ging ich mit dem Kuota an den Start, mit dem ich in Lensahn ja auch schon 500 Km am Stück gefahren bin.
In den 5 Tagen bin ich mit dem Teil jetzt 900 Kilometer auf dem Rheindamm geradelt und was soll ich sagen, das geht auch mit "altem Material" und der Entschluss mit meinem ältesten Radel auch in Mexico zu starten, ist in der Schweiz gefallen.
Die Zeit vom 1. Tag weicht mit 7:41 etwas aus den restlichen Zeiten ab, stand aber so in meinem Plan, täglich zwischen sieben und acht Stunden zu radeln. Tag 2 mit 8:34, Tag 3 mit 8:26, Tag 4 mit 8:21 und Tag 5 mit 8:40 waren da schon viel schlechter als erwartet und dennoch war ich froh, dass mit meinen Magenproblem überhaupt so hinbekommen zu haben. Von den täglichen 180 Km Rad liegen auf dem Rheindamm nun mal 90 Km im Wind und jeder der mich kennt weiß, Wind und Berge sind nicht so mein Ding. Schwamm drüber geschafft war geschafft und nur das zählte.

5 Tage, jeden Tag nach Schwimmen und Radfahren, galt es nun einen Marathon zu laufen, was mir ja liegt und worauf ich mich auch jeden Tag gefreut habe. Doch am ersten Tag nach der Halbmarathonstrecke hat es mich dann erwischt. Den ganzen Tag hatte ich schon Darmprobleme, konnte kaum Nahrung zu mir nehmen und musste ständig auf die Toilette. Am Abend ging es dann aber richtig los, denn selbst Getränke konnte ich nur für eine Runde behalten und mir wurde Himmellangst vor dem, was in den nächsten 4 Tagen noch kommen sollte. Die Zeit des 1. Tages mit 5:49 war zwar die schnellste meines Wettkampfes, ist aber leicht zu begründen, es lief halt bis knapp 30 ganz gut. Tag 2 mit 6:10 war dann ein Ausreißer nach oben, bevor sich alles normalisierte. Tag 3 mit 5:56, Tag 4 mit 5:54 und Tag 5 mit 5:28 zeigt, dass es mir von Tag zu Tag besser ging und die letzten 5 Runden auf der Laufstrecke bin ich sogar ein wenig "gerannt", bahnte sich doch ein Gewitter an und nass werden wollte ich nicht. Bei bester Gesundheit hätte ich sicher meine Marathons im 5 Stunden-Bereich absolvieren können, aber am Ende kann ich zufrieden sein, denn ich hatte mich ja durchgebissen und mein Ziel zu finishen erreicht.

Das Zielfoto sagt eigentlich alles aus. Überglücklich habe ich meinen ersten "Quintuple-Ultratriathlon" gefinisht und was noch viel wichtiger ist, ich hätte weiter machen können und wäre immer schneller geworden. Der Swissultra war für mich ein "Sicherheits-Wettkampf" und ich habe ihn bestanden. Nach 80:57:06 Stunden (15:17, 16:51, 16:22 16:17 und 16:07) war ich im Ziel und wir werden jetzt den Flug nach Leon buchen. Mit einem richtig guten Gefühl im Bauch werde ich mir meinen "ersten" Lebenstraum, einen Deca-Ultratriathlon (10fach Ultra-Ironman) anzugehen, erfüllen. 

 

WER WEISS, WAS DA NOCH ALLES IN MEINEM KOPF IST.

 

Aufs herzlichste möchte ich mich bei meiner Frau, der besten Betreuerin der Welt, dem Organisationsteam des Swissultra, den vielen Helfern und der Stadt Buchs (deren Hilfe ich vielleicht noch brauche) bedanken. Ohne das Engagement aller Beteiligten wäre ein solcher wunderschöner Wettkampf sicher nicht möglich!

 

AUF ZU NEUEN UFERN (Go hard or go home)